Geschätzter Stadtpräsident,
Geschätzte Stadträtin und Herren Stadträte,
Geschätzte Gemeindeparlamentarier*innen,
Liebe Gäste hier vor Ort und zu Hause via YouTube

Ich begrüsse sie ganz herzlich zur ersten Sitzung im zweiten Legislaturjahr.

Ich bin überzeugt davon, dass wir alle hier im Raum das gleiche Ziel verfolgen. Wir wollen die Stadt Olten weiter bringen. Wir alle haben eine Idee davon, wie die Stadt Olten der Zukunft aussehen soll.

Diese Ideen unterscheiden sich aber doch sehr grundlegend. Für die einen gehört ein Kunstmuseum dazu, für die anderen ein umgenutzter Posttunnel. Ein Teil von euch setzt sich unermüdlich für eine grünere Stadt ein. Ein weiterer Teil für familienfreundlichere Rahmenbedingungen in der Stadt. Ihr wisst es selber: Die Vielfältigkeit unserer Ideen widerspiegelt sich 1:1 in unserer Traktandenliste.

Auch die Wege, welche wir einschlagen, um unsere Ideen zu realisieren, sie umzusetzen, könnten ebenfalls unterschiedlicher nicht sein. Die Palette reicht von rhetorischen Fragen in Interpellationen, zu Vorstosslawinen, Referenden, bis zu überparteilichen Anträgen. Einzelne Vorstösse werden über Monate minutiös ausgearbeitet, andere noch ganz frisch, gleich dringlich eingereicht.

Die meisten von uns hier drinnen, wissen über die Ideen und angestrebten Wege der anderen Parlamentarier*innen Bescheid. Oder zumindest haben wir eine Ahnung davon, welche Richtungen mit Vorliebe eingeschlagen werden. Meinem Empfinden nach verlaufen so denn oftmals auch die Debatten. Zäh, klebrig und etwas vorhersehbar. Die Meinungen sind häufig im Vornherein schon gemacht, die Voten sind verfasst und wollen vorgelesen oder vorgetragen werden. Mühelos könnten wir ein Parlaments-Bingo zusammenstellen mit den Greatest Hits unserer Voten.

In den vergangenen 5 Jahren erlebte ich ein paar wenige Momente, in welchen die Meinungen hier drin zu bröckeln begannen, in der Diskussion zerbröselten, um sich dann wieder neu zu bilden. Es fand eine echte Meinungsbildung hier im Parlamentssaal statt und in meiner Erinnerung daran knisterte die Atmosphäre vor Spannung. Ich wünsche mir für mein Präsidialjahr, dass ich solche knisternden Demokratie-Momente miterleben darf.

Wir hier drin im Parlamentssaal sind aber nicht die einzigen mit Ideen für Olten. In der ganzen Stadt lassen sich Menschen finden, die sich mit Olten genau so verbunden fühlen wie du und ich.

Es sind Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Menschen, für die der politische Weg zu langsam ist und die ihre Ideen auf andere Art und Weise umzusetzen versuchen. Menschen, die lieber im Hintergrund bleiben wollen und doch ihre persönliche Art und Weise gefunden haben, die Stadt weiterzubringen.

Menschen mit anderen Realitäten und Hintergründen, anderen Glücksmomenten, anderen Sorgen und Ängsten. Menschen mit anderen Herangehensweisen, Haltungen und Überzeugungen. Menschen, welche grossartige Ideen haben, die aber vielleicht nicht gehört werden?

Ich bin sicher, Sie haben auch solche Menschen in ihrem Umfeld!

Ich habe mir für mein Amtsjahr vorgenommen, diesen Personen Gehör zu verschaffen und ihnen meine Stimme zu leihen. Ich will mich umschauen und wahrnehmen, welche Menschen in unserer Stadt keine Fürsprecher*innen im Parlament haben. Und hören, welche Ideen sie für unsere Stadt haben.

Als Parlamentspräsidentin werde ich hoffentlich oft Gelegenheit haben, Oltner:innen mit ihren Träumen und Plänen kennenzulernen und so meinen Horizont etwas zu erweitern. Ich werde die Gelegenheit haben, Personen Gehör zu verschaffen, welche sonst nicht so zu Wort kommen und Menschen zuzuhören, denen ich sonst vielleicht weniger zuhören würde.

Ich möchte euch dazu ermutigen, dies ebenfalls zu tun. Beginnt im Kleinen, im Alltäglichen. Bei den Menschen, mit denen ihr tagtäglich zu tun habt. Fragt Sie mal, was denn ihre Ideen für Olten sind.

Die grösste Gruppe an Menschen in meinem Alltag bilden 12–16 Jährige Sekundarschüler*innen der Stadt Olten. Jugendliche mit den unterschiedlichsten Realitäten. Sie erscheinen manchmal etwas planlos, aber eigentlich ganz klare Vorstellungen davon haben, wie die Dinge laufen sollen. Ich habe mich in meinen Klassen etwas umgehört und diese Jugendlichen haben Ideen – auch für unsere Stadt.

Ich fühle mich sicher und es ist sauber.

Olten ist eine einfache Stadt zum Orientieren. Ich finde mich schnell zurecht.

Guet fendi das olte so guet gmacht esch - es esch guet aufgeteilt.

Nicht so gross, nicht zu klein, Olte het die perfekti Grösse.

Alle Lampen die orange leuchten söttme blau machen - weil orange esch grusig. E ha lieber alle die neuen.

Bem Mühlitäli hets schöni Ussichtsplätz zum de Sunneuntergang z luege.

Merci für die Basketballkörbe in der Schützi. Aber ufdr andere Stadtsite söts au no ha.

D Barriere im Säli send unnötig.

E be für 2x Chilbi im Jahr.

D Badi esch cool. Aareschwimmen au.

Bifangwise so loh si. Döt chame guet picknicke.

Am Postplatz hat es zu viel Stau.

Mehr Geld für Exkursionen.

Strassenbezeichnung sollen besser zu sehen sein. Mängisch xset me si schlächt und si send versteckt. Me chönt d strassenamen auf den boden schribe.

S Bifangschuelhus renoviere.

E fende s Isstadion super.

Midnight goni gärn. S Cultibo esch au guet. Döt wärs guet wen am Nomitag nume die Jugendliche abdr 7. Klass döfte go.

Sälipark 2020. Mer hend doch 2022. Wiso got das so lang.

D BOGG brucht e nöiie Asag ide Büs.

D Hüser chönte farbiger si.

Für d Mönsche ufdr Chilestäge und be de Basketballchörb sött me en Ort schaffe wo si chönd si und schlofe. Aber ned im Quartier.

Eg würd Dullike und Starrkirch-Wil kaufen.

D Friedenschile sött e Moschee wärde.

Im Süd-West sötts e Rennbahn für Autos gä. Odr e Spielhalle, es Hallebad, e Trampolinhalle oder Einkaufsmöglichkeiten.

Menschen ohne pass sötte chöne mitbestimmen - zb 5-10 mind. Jahre in der CH leben und dann darf man mitbestimmen.

Mer gfallt dr Wäg dr Aare entlang zum spaziere.

Sälipark 2020. Mer hend doch 2022. Wiso got das so lang.

D Tempolimite be grade Strassenabschnitt sötte lockerer si.

E be für schnälleri Bauarbeite. Und meh Böim.

Es het s viel Dönerläde.

Die ufdr Chilestäge pfife mer noche odr laufe mer hendrhär.

Es sött me ichaufsmöglichkeite für üses Budget gä.

E wär fürne Wolkekratzer.

Es het so viel unbenutzti Gebäude. Wie Platzhalter.

Töffli und E-Scooter frisiere sött legal si.

Es sött e diräkte Bus vo Bonige uf Oute gä. Am liebste ad Jurastross.

Es het viel Brünne und viel Natur. D Wanderwäge fendi schön.

Es sött für Schüler*innen Vergünstigungen fürs Bus fahre gä.

Ihr habt es gehört. Vieles ist schon gut und vieles könnte verändert werden.  Hört euch also um und begebt euch auf Ideensuche. Ich freue mich auf eure Entdeckungen.

Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit.