Frohburg: Spiel, Satz, Patt?

Zwei solide Klubspielerinnen ergeben im Doppel noch keinen Roger Federer. Daran denke ich beim Projekt «Frohburg»: Die Städtischen Betriebe Olten (sbo) sollen mit der Zofinger StWZ fusionieren. Am 25. November entscheidet darüber das Parlament, am 28. Februar das Volk.

Frohburg: Spiel, Satz, Patt?
Frohburg Tennis, prompted by Tobi

Der Handlungsbedarf ist real. Stromnetz, Grundversorgung und Wasser sind reguliert und werfen nur eine begrenzte Rendite ab. Verdient haben die sbo bisher am Gas: 2025 stammten 4,2 der 4,8 Millionen Franken Betriebsergebnis daraus. Spätestens 2050 ist damit Schluss. Trotzdem überzeugen mich drei Punkte beim Fusionsplan nicht.

Das unaufgelöste Patt. Olten hält rund 60 Prozent der Aktien, hat aber nicht mehr zu sagen als Zofingen. Jeder Entscheid braucht Einigkeit der beiden Städte, sonst passiert nichts. Zur Auflösung solcher Pattsituationen wurde bewusst nichts vorgesehen.

Der unsichere Gewinn. Der Stadtrat rechnet mit 5,5 Millionen Franken Einsparungen, primär durch Personalabbau. Wachsen will die Firma bei der Fernwärme, denn die sbo versorgt bisher erst 100 Wärmeanschlüsse. Dafür braucht es wohl neues Personal, was den Synergiegewinn wieder auffressen könnte. Bis 2032 sind 205 Millionen Investitionen geplant, davon 65 Millionen Fremdkapital, das Zinsen kostet. 

Der hohe Oltner Einsatz. Als Betriebe sind sbo und StWZ etwa gleich viel wert. Olten bringt zusätzlich Immobilien wie das neue a.en-Gebäude für 29 Millionen ein, Zofingen im Gegenzug Schulden von 39 Millionen; eine Differenz von fast 80 Millionen. Trotzdem erhält Olten nur die halbe Mitsprache und gibt zudem Aktien für 5 Millionen an Zofingen ab, als Ausgleich für Steuern am Standort des Hauptsitzes in Olten. Doch wegen der anstehenden Investitionen dürfte der steuerbare Gewinn vorerst gering sein.

Ein Alleingang oder andere Varianten wurden nicht vertieft geprüft. Vor der Novembersitzung soll das Parlament zusätzliche Unterlagen erhalten. Zu den drei Punkten braucht es Antworten, bevor das Parlament entscheidet, und erst recht, bevor das Volk abstimmt.

Dieser Text ist am 15.10 in der NOZ als Blickwinkel-Kolumne erschienen