Im letzten Frühjahr haben wir mit einer Interpellation bei der Stadt angefragt wie es die Oltner Schulen mit dem Internet Filtering halten. Wir wollten in Erfahrung bringen ob gefiltert wird und welche Überlegungen hinter der Entscheidung stehen. Insbesondere auch in Bezug auf die Einführung des Lehrplan 21 mit dem neuen Fachbereich “Medien und Informatik”  in dem die Kompetenz im Umgang mit dem Internet ein wichtiges Element ist.

Leider ist die Stadt in ihrer Antwort der gestellten Frage nach den Überlegungen zur Filterung ausgewichen. Stattdessen durften wir erfahren, dass die Stadt nicht den Swisscom-Filter einsetzt sondern ein Produkt eines nicht näher bezeichneten anderen Firewall-Anbieters. Weil sie nämlich aus Performancegründen das Abo gewechselt haben. Dazu gabs noch ein paar hübsche Farbdrucke aus der LP21 Website.

Kein Wort dazu wie die Filterregeln zustandekommen.

Kein Wort zum Problem, dass die Filter normalerweise auch eine grosse Zahl legitimer Seiten blockieren weil darin "böse" Worte erscheinen,  trotz komplett unproblematischem Kontext.

Kein Wort dazu wie verschlüsselte Inhalte gefiltert werden können ohne dabei die Privatsphäre zu verletzen.

Und vor allem auch keine Antwort auf die Frage wie eine Auseinandersetzung mit allenfalls problematischen Inhalten im Internet überhaupt stattfinden kann wenn diese die Schulzimmer gar nie erreichen können.

Die stadträtlichen Antworten zeigen klar, dass sich die zuständigen Personen mit dem Thema nicht auseinandergesetzt haben respektive einer unreflektierten Bewahrer-Pädagogik anhängen.

Die Vorstellung das Internet mit Hilfe eines Filters "sauber" zu machen und sich dann nicht mit den entsprechenden Fragen nach dem Umgang mit kontroversen Inhalten in der Praxis auseinandersetzen zu müssen ist blauäugig und der Wichtigkeit des Thema in keiner Weise angemessen.

Tobias Oetiker und Laura Schöni