Anfang Jahr haben Mitglieder und Sympathisant*innen von Olten jetzt! rund 8000 Flyer in Oltner Briefkästen verteilt, darauf der provokative Titel "Eine Stierkampfarena im Gheid?". Auf jedem Flyer klebte ein einmalig gültiger QR-Code, mit dem man an einer Abstimmung teilnehmen konnte. Olten jetzt! wollte wissen, welche von vier Initiativideen zur Attraktivierung unserer Stadt die Menschen in Olten am meisten anspricht und weiterverfolgt werden soll.

Die Abstimmung war nicht nur mittels QR-Codes möglich, sondern auch via E-Mail und per Post. Olten jetzt! war es wichtig, dass die Teilnahme möglichst allen offenstand. Mitmachen konnten so alle, die sich für Olten interessieren – egal ob hier wohnhaft oder knapp nebendran, mit oder ohne Schweizer Pass, schon 18 oder noch nicht ganz.

Die Schwimmstadt vor der Piazza

Es haben sich erfreulicherweise insgesamt 867 Personen an der Abstimmung beteiligt, 435 mittels QR-Codes auf dem Flyer, 429 per E-Mail und drei per Post.

Die Auswertung der Stimmen ergab folgende Rangfolge der Initiativideen:

  1. Aare-Schwimm-Stadt Olten
  2. Piazza statt Parkplatz!
  3. Garten-Stadt Olten plus!
  4. Leerraum beleben

Erfreulich und motivierend war nicht nur die hohe Stimmbeteiligung. Olten jetzt! erhielt auch viele fast durchaus positive Rückmeldungen zur Abstimmungsplattform an sich und den konkreten Ideen.

Und nun?

Olten jetzt! macht sich nun an die Arbeit, um aus der Idee zur Aare-Schwimm-Stadt eine ausgereifte Initiative zu formulieren. Der Initiativtext soll Mitte Februar bei der Stadtkanzlei eingereicht werden. Wird der Text für gültig erklärt, bleiben 60 Tage Zeit für die Unterschriftensammlung.

Infobox: Das Abstimmungsverfahren

Eine Abstimmung mit vier Optionen und einem Siegerprojekt ist Demokratie-technisch eine grosse Herausforderung. Wenn jede Person, die teilnimmt, lediglich ihrem Lieblingsprojekt die Stimme gibt, dann kann es leicht zu einer Situation kommen, bei der ein Projekt gewinnt, das einen relativ kleinen Rückhalt bei den Stimmenden hat. Bei staatlichen Abstimmungen wird diesem Problem meistens mit zwei Durchgängen entgegengewirkt. Dies wäre im vorliegenden Fall nicht praktikabel gewesen. Mit den Ranked-Voting-Verfahren stehen wesentlich fairere Alternativen zur Verfügung.

Olten jetzt! hat daher die Abstimmung mit dem Ranked-Voting-Verfahren nach der Schulze-Methode durchgeführt. Dabei konnte man jeder Initiatividee einen Rang von 1 bis 4 vergeben, wobei das favorisierte Projekt den 1. Rang erhielt. Es war auch möglich, denselben Rang mehrfach zu vergeben.

Die Auswertung der Stimmen funktioniert folgendermassen: Es werden für jeden Stimmzettel "Zweikämpfe" zwischen allen Initiativideen durchgeführt, und für jede Kombination wird aufsummiert, wer gegen wen wie oft gewonnen hat. Daraus ergibt sich folgende Tabelle.

Ein Lesebeispiel: Die Schwimmstadt gewinnt gegen die Piazza 379 Mal, währenddem die Piazza gegen die Schwimmstadt lediglich 311 Mal siegt. Wenn nach diesem Schritt noch nicht klar ist, wer gewonnen hat, dann kommt bei Schulze eine zweite Analyse zum Zug. Bei der werden verschiedene mögliche Rangfolgen gegeneinander verglichen, um so knappe Resultate zu entscheiden. Dies war jedoch glücklicherweise hier nicht notwendig. Details zur Auswertungsmethode sind im Wikipediaartikel zu finden.