Wir möchten euch dazu ermuntern, am Rückmeldungsprozess zum räumlichen Leitbild der Stadt Olten mitzumachen. Das Leitbild bildet nämlich die zentrale Grundlage für die laufende Ortsplanungsrevision der Stadt. Darum liefern wir als Motivationsspritze eine Anleitung – nicht zertifikatstauglich vielleicht, aber ziemlich verständlich.

Das Herzstück ist die Website https://ortsplanung.olten.ch/, die noch bis Ende September auf Rückmeldungen wartet. Hier erzählen wir euch, wie ihr euch dort einfach einbringen könnt und warum das wichtig ist.

Warum ist das wichtig?

Das räumliche Leitbild ist das grundlegende Dokument für alles, was in Sachen Bau- und Nutzungsplanung in der Stadt Olten bis 2045 laufen soll. Es hält fest, wo, wie und wie stark Olten sich in den kommenden Jahren entwickeln soll. Es ist ebenfalls das einzige Dokument, worüber das Gemeindeparlament direkt abstimmen kann. Über die meisten später abgeleiteten Dokumente entscheidet der Stadtrat, in wenigen einzelnen Fällen das Gemeindeparlament. Wir, also die Bevölkerung, kann dann nur noch auf aufwändigen Umwegen, über Einsprachen, Petitionen, Referenden oder ähnliche Instrumente etwas ändern.

Es ist daher eminent wichtig, dass bereits die Grundlage Leitbild so geschaffen wird, wie ihr das gerne möchtet (bzw. natürlich die Mehrheit der Bevölkerung Oltens). Im Nachhinein auf Facebook sich darüber auszulassen, was „die da oben für nen Hafechäs“ erfinden, bringt nichts. Ihr müsst eure Meinung jetzt einbringen.

Das heisst nicht, dass dann alles läuft, wie ihr euch das wünscht, aber ohne dass ihr euch äussert, kann euch auch niemand berücksichtigen. Schlussendlich ist das räumliche Leitbild ein Gesamtbild, in das die Meinungen entsprechend ihrer "Lautstärke" einfliessen. Ein Beispiel: Je mehr Leute finden, dass es mehr Bäume in der Stadt braucht, desto eher findet das dann auch Eingang ins Leitbild, werden später Bäume eingeplant und gepflanzt. Wenn sich nur Leute äussern, die gern eine Autobahn quer durch die Stadt hätten, dann …

GANZ WICHTIG, lest euch die FAQs auf der Ortsplanungswebsite durch. Da ist gut erklärt, warum alle hier genau hinschauen und mitmachen sollten.

Auf der Website ist auch der ganze Ablauf der Ortsplanungsrevision gut dargestellt. Wir sind jetzt in Phase 4 – „Öffentliche Mitwirkung, räumliches Leitbild“.

Hinweis unseres Musikexperten Iwan: Eine gute Sache ist, dass man bei den Videos die Geschwindigkeit ohne Informationsverlust auch auf Faktor 1.5x hochdrehen kann. Die platte Musik ist dann schneller vorbei.

Wie geht das nun konkret mit dem Erfassen der Rückmeldungen?

Erster Schritt: Registrieren.
Das ist leider unumgänglich, um sicherzustellen, dass sich nicht allzu viele Innerschweizer um die Belange der Stadt Olten kümmern :-)

Bei den Kontaktdaten bitte nicht für die Organisation Olten jetzt! erfassen, sondern für euch selber. Falls du Interesse hast, bei uns mitzuwirken, darfst du dich gerne bei uns melden.

Nun geht es ans Eingemachte, nämlich zur Rückmeldung. Zuerst mit ein paar Suggestivfragen zu Allgemeinplätzen.

Tipp von Iwan: Im Vorteil ist, wer das Leitbild vorher schon durchgelesen hat und auch die Gedanken hinter den supersimplen Leitsätzen erkennt!

Das klingt alles schön und wer könnte da schon dagegen sein, oder? Aber bei genauerer Betrachtung: Wollt ihr Wachstumspotenzial nutzen? Also mehr Menschen in Olten und damit wahrscheinlich auch mehr Verkehr, der irgendwie bewältigt werden muss? Vielleicht fällt die Beantwortung beim genaueren Überlegen nicht ganz so einfach, aber ihr seid zumindest schon mal für die weiteren Diskussionen fokussiert!

Auch da: Klingt doch super, oder? Aber: Seid ihr für oder gegen die Überbauung beim Usego? Sollen auch sonst vielleicht noch existierende Brachen oder Altbauten im Zentrum allenfalls neu gestaltet und verdichtet werden?

Nebenbemerkung von Iwan: ISOS ist das “Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz“. Die Usego ist darin vermerkt. Hatte aber eigentlich keinen Einfluss auf die Neubauten auf dem Areal, da das Gebäude ja nicht angetastet wurde. Just sayin’.

Klingt schon wieder gut. Aber was ist mit jenen Menschen, die spätnachts oder frühmorgens zur Arbeit müssen? Ihr seht: Es handelt sich hier wirklich um Grundsatzfragen, deren grössere und kleinere Auswirkungen mannigfaltig sein können, je nachdem, wie die Antworten interpretiert werden.

VORSICHT FALLE – Hier NICHT auf “jetzt übermitteln” klicken, da sonst auch die “weitere Rückmeldung” zum räumlichen Leitbild nicht möglich ist.

Jetzt kommen wir nämlich zum relevanten Teil – der Rückmeldung zum eigentlichen Inhalt des Leitbilds.

Zum Entwurf des Leitbilds Stellung nehmen

Kurze Vorwarnung: Möchtet ihr euch mit dem Leitbild wirklich vollständig und etwas vertieft beschäftigen, nimmt das gut und gerne 4 bis 6 Stunden in Anspruch.

Zwei Tipps dazu:
1. Das Ganze lässt sich zu jedem Zeitpunkt zwischenspeichern. Einfach beachten, dass das Ganze final bis am 30. September dann auch mit „prüfen und absenden“ abgeschickt wird, sonst habt ihr euch die ganze Mühe umsonst gemacht.
2. Eine gute Variante ist sicher auch, sich mit einzelnen Kapiteln im Detail zu beschäftigen und dort dann fundierte Inputs zu geben, anstatt zu allem „irgendwas“ zu sagen.

Ab Seite 11 könnt ihr nun genüsslich euren Senf zu jedem einzelnen Punkt dazugeben. Am besten Dijon-scharf! Auf den Balken auf der Seite klicken und im Pop-up-Fenster kommentieren- und fertig!


Also: Grundsätzlich kommt ihr leider nicht umhin, euch da Zeit zu nehmen und durchs Dokument zu lesen. Teilweise ist das zugegebenermassen etwas trockene und schwer greifbare Materie. Dafür seht ihr schon anhand der Leitsätze, die ihr ja vorher einfach mal kurz als Einzelsatz bewertet habt, dass da unter Umständen viel mehr an Überlegungen und Auswirkungen dahintersteckt .

Natürlich müsst ihr nicht überall kommentieren und auch nicht überall einen Aufsatz verfassen. Wenn euch etwas aber wirklich wichtig ist, kommentiert es! Es muss auch nicht nur immer negativ sein, es kann auch ein unterstützendes Votum dafür sein, was bereits im Leitbild steht, denn da steht nämlich schon ziemlich viel Gutes drin! Ansonsten kann leicht der Eindruck entstehen, es gäbe da nur Leute, die komplett dagegen sind.

Selbstverständlich haben auch wir von Olten jetzt! uns unsere Gedanken dazu gemacht. Falls ihr euch unsere Überlegungen zu dem Dokument und dazu, wie sich Olten in Zukunft entwickeln soll, anschauen und dadurch ein paar Denkanstösse zur Bewertung erhalten möchtet: Wir haben diese in einem Google-Doc festgehalten.

So oder so bleibt aber das Wichtigste: Mitmachen! Wir alle leben in Olten, also sollten auch wir alle mitreden, wenn es darum geht, das Olten von morgen zu planen.

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