Rücktritt mit Ausblick

Ende September werde ich von meinem Amt als Oltner Gemeindeparlamentarierin zurücktreten. Ein Entscheid, der auch mit einem gewissen Rollenkonflikt zu tun hat, den ich als Schulleitungsmitglied und Politikerin zunehmend spürte. Aber vor allem ist es ein bewusster Schritt nach vorne.

Auf das Schuljahr 2026/2027 hin erhöhte sich mein Pensum in der Schulleitung der Sekundarschule Frohheim. Dieser Aufgabe will ich mich nun mit vollem Fokus widmen. Veränderung will ich künftig nicht mehr politisch auf legislativer, sondern auf operativer Ebene bewirken – dort, wo Jugendliche auf ihrem Weg begleitet werden; dort, wo Lehrpersonen tagtäglich ihr Bestes geben und dort, wo die Sekundarschule Olten weiterentwickelt wird. Es stehen grosse Themen an, welche die nächsten Jahre prägen werden: die Sanierung des Gebäudetrakts aus den 1930er-Jahren, die noch ausstehende Lösung für das Provisorium, sowie die noch unbeantwortete Schulraumfrage angesichts wachsender Schüler*innenzahlen. Diese Fragen will ich mit dem Schulhut angehen und den politischen Hut anderen motivierten Köpfen überlassen.

Das fühlt sich auch ein bisschen an wie „back to the roots". Vor rund zehn Jahren gründete ich als erste Parteipräsidentin zusammen mit Nils Loeffel, Daniel Kissling und Samuel Rudolf von Rohr die Partei Olten jetzt! im Bahnhofbuffet Olten. Seither ist viel passiert: von 0 auf 4 Sitze im Parlament, dann auf 6 Sitze plus 1 Stadtrat, und zuletzt auf 7 Sitze mit Bestätigung des Stadtratssitzes. Und wir sind auch in Zukunft bereit, Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und mit anderen Fraktionen im Parlament zusammenzuarbeiten.

Zum 10-Jahre-Jubiläum wechsle ich zurück in die Rolle der Parteipräsidentin und freue mich schon, diesen besonderen Moment mit Ihnen und Olten jetzt! zu feiern.

Ich nehme diesen Abschied mit Wehmut und Vorfreude zugleich. Denn ein Nein zu etwas ist immer auch ein Ja zu etwas anderem, und ich freue mich auf das, was kommt.